Gemeinderatsthemen 2016

Umgestaltung des Platzes an der Vilsstraße – Gremium von Planung angetan

Die Umgestaltung des Spielplatzes an der Vilsstraße sowie der Bebauungsplan „Feldweg“ und der Fahrradrastplatz am Donauradweg standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Tegernheimer Gemeinderates.

Landschaftsarchitektin Petra Hartung stellte den Räten den aktuellen Planungsstand zur Umgestaltung des Kinderspielplatzes an der Vilsstraße vor. Der bereits mit den unmittelbaren Nachbarn abgestimmte Plan sieht eine völlige Umgestaltung des parkähnlichen Spielplatzes in der Ortsmitte vor. So soll im nordwestlichen Bereich die bestehende Rutsche abgebaut und ein Wasser-Matsch-Bereich für Kleinkinder entstehen. Im Anschluss daran sollen ein Kleinkinderspielgerät und ein Sandspielbereich entstehen. Im mittleren Bereich des Geländes ist vorgesehen, die Schaukel zu versetzen und das in die Jahre gekommene Klettergestell ganz zu entfernen. Versetzt werden soll ferner das Schachfeld. Dieses soll auf den Standort der Tischtennisplatte verlegt werden. Am bisherigen Standort verbleibt lediglich das Karussell. Im westlichen und südlichen Bereich des Kinderspielplatzes sollen zwei Klettergeräte für kleinere und größere Kinder mit verschiedenen Rutschen und Spielmöglichkeiten situiert werden. Um den von den Kindern gewünschten Urwaldcharakter des Spielplatzes zu betonen sieht die Planung im Randbereich des Platzes die Pflanzung weitere Bäume und Büsche vor. Als zusätzliches Spielgerät ist im Nordosten des Geländes eine Seilbahn geplant. Zur Verbesserung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität wurden zwei zusätzliche Lampen errichtet, der Eingangsbereich von der Vilsstraße her versetzt, vier zusätzliche Bänke aufgestellt und Zäune zu den Nachbargrundstücken erneuert. Die Gesamtkosten für die Umgestaltung bezifferte die Planerin nach den vorliegenden Angeboten und Schätzungen in der günstigsten Variante auf brutto 127 000 Euro. Die teuerste Variante käme auf rund 180 000 Euro. In der Aussprache regte Wolfgang Kollmannsberger an, die Pfähle der Klettergerüste nicht einzubetonieren, sondern durch eine Stahlkonstruktion zu ersetzen. Er sah die Gefahr eines zu schnellen Verfaulens der Pfosten gegeben. Dritter Bürgermeister Herbert Wesselsky lobte die Gesamtplanung. Zur Höhe der Kosten merkte er an, dass diese zwar höher als die ursprüngliche geplant seien, aber eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen wie eine Wasserleitung, Bepflanzungen sowie Zäune enthalten. Er sprach sich dafür aus, die sehr große Kletterkonstruktion für die älteren Kinder etwas zu verkleinern, da diese Altersgruppe nach seinen Beobachtungen nicht so stark am Spielplatz vertreten ist. Auch zweiter Bürgermeister Jürgen Beier sah die vorliegende mit den Kindern und Nachbarn abgestimmte Planung als sehr gelungen an. Bürgermeister Max Kollmannsberger sah in der vorgelegten Planung die Voraussetzung für einen „Vorzeigespielplatz“ gegeben und sprach sich für die Umgestaltung in einem Zuge noch heuer aus. Mit 14:4 Stimmen wurde schließlich die Umgestaltung mit einer maximalen Auftragssumme von 130 000 Euro beschlossen. Die Planerin wurde beauftragt, mit dem Hersteller der Kletterspielgeräte wegen kleiner Verbesserungen nach zu verhandeln und den Umbau spätestens im Herbst abzuschließen.

Kinderspielplatz1

Bild 1 zeigt eine Skizze des zukünftigen Klettergerüstes am Spielplatz an der Vilsstraße

Kinderspielplatz2

Bild 2 zeigt das in die Jahre gekommene Klettergerüst, das wegen verschiedener Mängel in nächster Zeit entfernt wird

Bebauungsplan „Feldweg“ in Arbeit

Zu Beginn der Sitzung gab Bürgermeister Kollmannsberger bekannt, dass sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung gegen die Errichtung von Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber in Gewerbegebieten ausgesprochen habe. Gleichzeitig war man aber übereingekommen, an der Jahnstraße die Errichtung von Sozialwohnungen voranzutreiben.

Erneut beschäftigte der bereits im Jahr 2004 aufgestellte Bebauungsplan Feldweg die Räte. Die Verwirklichung musste aber wegen der Unsicherheit des Hochwasserschutzes im Bereich Schwabelweis und durch die Aufstellung des Flächennutzungsplanes immer wieder verschoben werden. Auch die im Jahre 2012 vorgenommene Auslegung und Änderung verjährte erneut. So musste der Bebauungsplan, der rund 15 Einzelhäuser und sieben Doppelhäuser vorsieht, Ende 2015 erneut öffentlich ausgelegt werden. Dabei wurden von den Fachstellen verschiedene Mängel entdeckt, die vom Gemeinderat zu würdigen waren. Unter anderem fehlte der Hinweis auf die Stellplatzverordnung mit der Vorgabe, dass pro Wohneinheit zwei Garagen oder Stellplätze zu errichten sind. Ferner sah der Plan für die Teilgebiete 1 und 3 keine Regelung des Bautyps und der zulässigen Wandhöhe vor. Hier lehnten die Räte die vom Planer gewünschte Wandhöhe von über sieben Meter ab und gestatteten nur eine von 6,45 Meter wie im Quartier 2. Aufgenommen wurde ferner der Hinweis, dass der Bebauungsplan durch einen Altlastenplan ergänzt werden muss. Ferner hat jeder Bauwerber für sein Grundstück eine gutachterliche Bescheinigung über die Altlastenfreiheit vorzulegen, da sich auf einer Teilfläche des Planungsgebietes früher eine wilde Mülldeponie befunden hat.

Weiter beschäftigte eine ältere baurechtliche Angelegenheit im Bereich des Bebauungsplanes „Am Hang“ die Räte. Eine im Jahre 2002/3 beschlossene Änderung im Bereich des vorderen Klöpflweges war wegen der fehlenden Bekanntmachung noch nicht rechtskräftig. Einstimmig nahmen die Räte die nachträgliche Bekanntmachung nun zur Kenntnis.

Fahrrad-Rastplatz geplant

Gegenüber dem bisherigen kleinen Rastplatz am Hochwasserdamm soll nach dem Willen der Verwaltung eine Fahrradraststation mit Pavillon, Ruheliege und mehreren Ladestationen für E-Bikes entstehen. Die geschätzten Gesamtkosten betragen rund 60 000 Euro und werden mit 50% durch das europäische Leader-Programm bezuschusst. Außerdem erhält die Gemeinde von der Rewag eine Spende in Höhe von 2000 Euro, berichtete der Bürgermeister. In der Aussprache wurde von Stefan Adler aufgrund der langen Ladezeit die Sinnhaftigkeit der Ladestation für E-Bikes hinterfragt. Auch Jürgen Beier sah eine Ladestation eher bei der nahen Gaststätte Götzfried für sinnvoll an. Günther Schöberl sah in der Wartung der Batterien ein finanzielles Risiko für die Gemeinde gegeben. Sandra Scheck sah in der Rastanlage an dem vielbefahrenen Radweg eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Maria Blaimer forderte zum Schutz der landwirtschaftlichen Flächen ein WC. Bürgermeister Kollmannsberger warb um Unterstützung für das Projekt, mit dem Tegernheim ein echtes Aushängeschild erhalte. Für die Sommermonate versprach er die versuchsweise Aufstellung einer Dixie-Toilette. Gegen die Stimmen der CSU-Fraktion sprach sich eine Mehrheit für die Erstellung eines Bauantrags aus.

Unter Informationen und Anfragen fragte Rolf Wedl nach, ob und wann mit der Sanierung der Mehrzweckhalle zu rechnen sei. Dazu erklärte das Gemeindeoberhaupt, dass nach einem Wechsel des Sachbearbeiters im Landratsamt das ursprüngliche Brandschutzkonzept derzeit infrage gestellt sei. Daher könne er derzeit keine Aussagen über den zeitlichen Ablauf geben. Auf Nachfrage von Heidi Federl zum Bebauungsplan Bolzplatz erklärte Kollmannsberger, dass derzeit die Berechnungen zum Schallschutz erfolgen würden.

(Berichte aus der Donaupost am 22.02.16)